2. Gedenkfahrt aus Ungarn und 3. Gebet für Frieden und Gerechtigkeit in Strasshof, 22. Juni 2014 

Vor 70 Jahren fanden die Deportationen aus Ungarn nach Strasshof statt. Aus Anlass des traurigen Jubiläums dieser Deportationen hatten wir beschlossen, dieses Jahr den Gedenkakt an die Opfer des Durchgangslagers Strasshof gemeinsam mit ehemaligen Überlebenden, deren Nachkommen sowie weiteren Teilnehmer_innen der Gedenkfahrt aus Ungarn zu veranstalten.

Die Beiträge der Redner_innen erinnerten an die Verbrechen der NS-Zeit, das Leid der Opfer und Bedeutung der Geschehnisse für die Gegenwart:

Bernhard Blank, Obmann, Verein Arbeitsgruppe Strasshof
Ludwig Deltl, Bürgermeister von Strasshof
Gábor Hajas, Gesandter und Geschäftsträger der Republik Ungarn
Peter Florianschütz, Abgeordneter des Wiener Landtags
Anna Petrasovits, Organisatorin der Reise aus Ungarn
Zoltán Lomnici, Vorsitzender des Rats für Menschenrechte, Ungarn
György FrischVorsitzender des Verbandes für die Opfer des Nationalsozialismus, Ungarn

Den Abschluss der Gedenkzeremonie bildete eine interreligiöse Feier mit Vertretern jüdischer und christlicher Glaubensrichtungen aus Ungarn und Österreich.

Hierauf besichtigten die Gäste aus Ungarn das ehemalige Lagergelände, dessen Umrisse zuvor vom Verein Arbeitsgruppe Strasshof mit Fahnen kenntlich gemacht worden waren. Es folgte eine Fahrt mit den Bussen über das ehemalige Flugplatzgelände, wo im Jahr 1944 zahlreiche Deportierte aus Ungarn zur Zwangsarbeit eingesetzt worden waren. Am Friedhof von Strasshof wurde darauf in einer kurzen Zeremonie bei dem 1988 errichteten Gedenkstein vor der Massengrabanlage der Opfer des Durchgangslagers Strasshof ein Kranz niedergelegt. Ebenso wurde der Toten der Roten Armee gedacht, die bei der Befreiung des Lagers und der Ortschaft Strasshof ums Leben kamen und am örtlichen Friedhof begraben liegen.

Nach einem Besuch im neu eröffneten Heimatmuseum Strasshof wurde im Haus der Begegnung in Strasshof eine vom Roten Kreuz organisierte koschere Mittagsmahlzeit für unsere Gäste aus Ungarn gereicht. Dort fand auch der zweite Teil der Veranstaltung statt.

In einem Vortrag berichtete der Obmann des Vereins Arbeitsgruppe Strasshof Bernhard Blank über die Aktivitäten des Vereins und einer Gesprächsrunde stellten die Mitglieder des Vereins ihre Arbeit und ihre Intentionen dabei vor. Darauf erzählten Zeitzeugen aus Ungarn, über ihre Erlebnisse im Durchgangslager Strasshof und über die Zeit, die sie als Zwangsarbeiter in Österreich verbracht hatten. Den Abschluss bildete die Feier des Überlebens, bei der die Sunbeam Dancegroup, ein Integrationsprojekt gehörloser und behinderter Menschen eine Performance darbot. Der Auftritt des Is...REAL! Project Orchestra begeistert am Ende der Veranstaltung die Anwesenden mit modernen Interpretationen von jüdischem Folk-Pop.

Kategorie: Veranstaltungen

Aktuell

Bruno Axmann

Bruno Axmann ist von uns gegangen. Vielen hier im Bezirk Gänserndorf wird er als Pädagoge, der sie durch Kindheit und Jugend begleitete in fortdauernder Erinnerung bleiben. Sein Beruf war für ihn immer eine Berufung: nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Herz und Charakter seiner Schülerinnen und Schüler zu bilden. Seit der Gründung unserer Arbeitsgruppe war er ein engagiertes Mitglied, er stand uns als Zeitzeuge zur Verfügung und öffnete uns mit seinen Kontakten viele Türen. Als Bauherr unseres Erinnerungsmals leistete er unserem Verein unschätzbare Dienste. Bei unseren Veranstaltungen ergriff er gerne das Wort und brachte sich mit seiner Kompetenz ein. Das persönliche Gespräch mit den Überlebenden des Lagers war ihm ein großes Anliegen. Seinem Einsatz verdanken wir, dass es Strasshof gelungen ist, sich mit dem dunkelsten Kapitel der Ortsgeschichte auseinandersetzen zu können. Möge die Erde ihm leicht sein!

 

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